Ausstellungen 2020

MATRIX

Jochen Voigt: Design - Kunst - Wissenschaft

Eine Ausstellung zum 10. Galeriegeburtstag
vom 27. März bis zum 28. Juni 2020

Vor 15 Jahren initiierte Jochen Voigt, Designprofessor an der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg, die "Galerie Angewandte Kunst Schneeberg" im Schloss Lichtenwalde. Als das Schloss restauriert und die von Jochen Voigt konzipierte und gestaltete Schatzkammer im März 2010 der Öffentlichkeit übergeben wurde, war gleichzeitig die Galerie fertiggestellt und öffnete ihre Türen. Seither sind zehntausende Interessierte gekommen. Von 2010 bis heute steht Voigt der Einrichtung vor, die er gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Studierenden der Hochschule mit Leben füllt. Er kuratierte Ausstellungen, organisierte Livekonzerte und lud zum „Talk in der Galerie“ interessante Zeitgenossen aus der Design- und Musikszene ein, aber auch bildende Künstler, Kunstwissenschaftler, Restauratoren und Theaterschaffende. Diese Vielfalt ist auch typisch für sein gesamtes Wirken. Vor 35 Jahren eröffnete er sein eigenes Atelier in Chemniz (damals noch Karl-Marx-Stadt), das bis heute besteht.
Die unterschiedlichen Interessenfelder Voigts verknüpfen sich in der Ausstellung MATRIXähnlich eng miteinander und bilden zahlreiche Schnittstellen. Wir zeigen zeitgenössische Malerei und Grafik, die – meist durch durch Schenkung befreundeter Künstler oder Weggefährten – den Weg in Jochen Voigt Sammlung fanden. Wir machen mittels Originalobjekten auf Voigts Leidenschaft für englische Teekannen der klassischen Moderne und englische Aquarelle des 19. Jahrhunderts bekannt, wir stellen Voigt als Ausstellungsdesigner, Möbelrestaurator, Fachmann für historische Fotografie und als Buchautor vor. Voigts langjährige Lehrtätigkeit an der Fakultät illustrieren wir durch ausgewählte Objekte, die unter seiner Betreuung entstanden.

Anlässlich der Ausstellung MATRIX und des 10. Geburtstages der Galerie gibt es drei Konzertabende. Bitte informiert Euch unter "Veranstaltungen 2020".

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Herbst/Winterausstellung
SCHWARZES LICHT

Fotografie von May Voigt (1960-2019)

vom 24.10.2019 – 08.03.2020

Bereits mit 16 Jahren erhielt May Voigt (geb. Petermann)  eine professionelle Kamera Pentacon Six geschenkt, mit der sie fortan fotografierte. Nach zwei Jahren intensiven Probierens und Suchens begann sie im Eigenauftrag und mit großer Regelmäßigkeit Veranstaltungen der Karl-Marx-Städter Kunstszene zu fotografieren, allerdings vorwiegend solche, die etwas abseits des offiziellen Kulturbetriebes der DDR liefen oder sogar unter regelmäßiger Beobachtung der Staatsicherheit standen. So geriet sie selbst ins Visier von Mielkes Machtapparat. Ihre Aufnahmen zeigen Maler, Grafiker, Schauspieler, Literaten und Musiker der damaligen Avantgarde.
Seit 1978 entstanden auch eigene künstlerische Arbeiten, die schon früh die tiefe Melancholie der jungen Künstlerin, ihre Traurigkeit über die gesellschaftliche Wirklichkeit und ihre Suche nach dem eigenen Ich erkennen ließen. Ein tiefes, bildbestimmendes Schwarz und große Formate wurden Erkennungsmerkmale ihrer zeitlosen Fotografien, die sie in ihrem eigenen Studio entwickelte. Nicht zu Unrecht hat man sie als "fotografische Skulpturen" bezeichnet, "deren eigener Wert in sinnlich-erfahrbarer Ästhetik liegt".
Nach der „Wende“ begann sie sich als meisterhafte und sensible Sachfotografin in den Bereichen Kunst, Kunsthandwerk und Design zu etablieren, studiert neue Kameratechniken, wirkte als gesuchte Dokumentaristin im Museums- und Denkmalpflegebereich, arbeitete für Verlage und Galerien. Ab 1996 wirkte sie für fünfzehn Jahre als Lehrbeauftragte für Fotografie an der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg unserer Hochschule. Im Jahr 2002 gründete May Voigt ihren eigenen kleinen Verlag Edition Mobilis, in dem sie in loser Folge Publikationen zu Kunst- und Kulturgeschichte gestaltete und verlegte.
Die Galerie Angewandte Kunst Schneeberg, deren Veranstaltungen May Voigt mehrere Jahre fotografisch begleitete, erinnert mit ihrer Herbstausstellung „Schwarzes Licht“ an die früh verstorbene Fotografie-Lehrerin, Künstlerin und Verlegerin. Im Mittelpunkt steht ihr frühes künstlerisches Oeuvre, das noch in der Enge der einstigen DDR bzw. in  Polen und in der Slowakei entstand.
Zur Vernissage am 24.10.2019 gibt es ein Livekonzert der Band Baldabiou, die ihr neues Album „Hélène“ vorstellt. Näheres unter Veranstaltungen 2019.