Landesgartenschau 2009

"Textiler Rahmen" zur Landesgartenschau 2009 in Reichenbach

Den Auftakt zur Landesgartenschau (LAGA), die in diesem Jahr vom 01. Mai bis zum 18. Oktober in Reichenbach i.V. stattfindet, bildete eine große Eröffnungsveranstaltung, an der sich die Fachgruppe Textil- und Ledertechnik unserer Hochschule aktiv beteiligte.

Im bunten Eröffnungsprogramm wurden Studienarbeiten präsentiert, die rund um das Thema„Gartenbekleidung“ unter Nutzung verschiedenster textiler Technologien (wie Drucken, Beflocken, Sticken, Fügen mittels Ultraschallschweißen) und dem Einsatz speziell beschichteter Materialien entstanden sind (siehe Foto).

Am Nachmittag wurden die Modelle nochmals in einer halbstündigen Präsentation mit entsprechenden Kommentaren durch die Fachgruppenleiterin Frau Prof. Dr.-Ing. Silke Heßberg auf der Hauptbühne vorgestellt.

Bereits im Vorfeld der LAGA wurde das Projekt „Textile Zaunbespannung“ umgesetzt. Unter Anleitung von Siglinde Illig, Christine Jungandreas und Gisela Mertinat sind von den Studenten verschiedene Konzepte erarbeitet worden. Als bester Vorschlag zur Umsetzung des Sicht- und Windschutzes erwies sich die Nutzung eines Kettengewirkes aus Polyethylen (bedingt luftdurchlässig, keine Feuchteaufnahme, UV-beständig), wobei zur „Verschönerung“ des Ganzen Bambusstäbe (attraktiv, wetterfest, gut verarbeitbar)sowie Blätter aus beschichtetem Gewebe (Polyester mit Silikonbeschichtung) aufgenäht worden sind (siehe Foto). Die rund 100 von unseren Studenten gefertigten Zaunelemente (ca. 2 x 3 m) sind im Eingangsbereich bzw. rund um das Gelände zu sehen.

Das Projekt ist als Beispiel für den Einsatz technischer Textilien zu werten, die heute in zahlreichen Wirtschaftsgebieten zu finden sind, beispielsweise bei Funktionsbekleidung, im Fahrzeugbau, im Bauwesen oder in der Medizin. Das Berufsbild des Textilingenieurs ist heute so vielseitig wie noch nie und integriert textile, maschinenbauliche, wirtschaftliche und gestalterische Aspekte. Von jungen Ingenieuren wird erwartet, dass sie textile Materialkenngrößen und Produktanforderungen kennen und dies mit technologischem Wissen verbinden. Wo früher Weber, Strumpfstricker oder Färber ausgebildet wurden, wachsen heute Ingenieure für textile Produktentwicklung heran. Dies führte zur Einrichtung der beiden Studienschwerpunkte „Technische Textilien“ und „Textilbasiertes Automobiles Interieur“.

Praktische Erfahrungen sind allerdings genauso wichtig wie theoretische Kenntnisse. Das Besondere der Textilausbildung in Reichenbach ist deshalb die enge Verknüpfung von theoretischen Studien mit umfassender praktischer Tätigkeit in den Technika und Laboren innerhalb von Studienarbeiten oder auch durch die Mitwirkung bei der Realisierung von Forschungsprojekten.

Die LAGA ist noch bis zum 18. Oktober geöffnet, neben einem ständig wechselnden Pflanzenbestand wird bis dahin ein abwechslungsreiches Programm geboten, immer in unserem „textilen Rahmen“.