Seit Juli 2017 arbeiten die Wissenschaftler der Nachwuchsforschergruppe (Patrick Nausch, Markus Weber, Franz Kirchner, Katrin Förster, Julia Kauper, Alina Puhl, Frank Otto, Marcel Zinke und Melanie Weber) „midasKMU“ an der Optimierung des Arbeitsschutzes und der Mitarbeitermobilität. 

Optimierung vonn Arbeitsschutz und Mitarbeitermobilität

Seit Juli 2017 arbeiten die Wissenschaftler der Nachwuchsforschergruppe „midasKMU“ an der Optimierung des Arbeitsschutzes und der Mitarbeitermobilität. Dafür entwickeln sie ein Assistenzsystem zur Bewertung von Arbeitsbeanspruchungen. Dieses besteht im Wesentlichen aus einem Messanzug, welcher die dafür erforderlichen Daten liefern soll. Viele vorhandene Trackingsysteme haben zu große Messungenauigkeiten und ermöglichen nicht den Zugang zu Rohdaten. Detaillierte medizinische Auswertungen sind daher nur begrenzt möglich. Das neue System soll helfen, Strategien der Arbeitsgestaltung zu entwickeln und umzusetzen, so dass eine langfristige und schädigungslose Ausführung der Tätigkeit möglich ist. An der Realisierung dieser Aufgabe sind neben den Nachwuchswissenschaftlern acht Professoren aus fünf Fakultäten beteiligt. Jeder Fachbereich übernimmt ein eigenes Teilprojekt. So fließt Wissen aus den Bereichen Arbeitswissenschaft, Wirtschaftsinformatik, Textiltechnik, Biomedizintechnik, Elektrotechnik und Produktdesign ein. Die Ergebnisse daraus sind die Bausteine für das Gesamtkonzept des Assistenzsystems.

Der erste Prototyp des Assistenzsystems ist fertig. Der Messanzug des Assistenzsystems „midas" ist ein Funktionsshirt, welches von den Wissenschaftlern aus der Biomedizintechnik und dem Institut für Textil- und Ledertechnik entwickelt wurde. Dieses ist auf den Arbeitsschutz spezialisiert und erfasst über Sensoren Daten wie Herzratenvariabilität (HRV) und Atemfrequenz. Das Anforderungsprofil für den Anzug definierten die Wissenschaftler aus den Bereichen Biomedizintechnik, Arbeitswissenschaften und Textil- und Ledertechnik. Sie erstellten ein Lastenheft hinsichtlich Messdesign, Tragekomfort und Bewegungsfreiraum, welches von den Textiltechnikern bei der Entwicklung des Anzugs umgesetzt wird. Ziel soll es sein, den Messanzug mit weiteren funktionalen Elementen wie einem IT-Cap oder am Markt erhältlichen Funktionssohlen zu erweitern, um noch mehr Messdaten des Probanden zu erhalten.

Um Bewegungsdaten des Nutzers erfassen zu können, wird parallel ein IT-Cap entwickelt. Es soll den „Greifraum“ des Nutzers erfassen und analysieren. Im Cap selbst wird die dafür notwendige Elektronik versteckt und wie bei einer klassischen Datenbrille eine Kamera sowie ein Display angebracht. Das Baukonzept entwerfen Designer der Angewandten Kunst Schneeberg. Die Datenbrillenentwicklung liefern die Wissenschaftler der Elektrotechnik. Erste Designentwürfe sind vorhanden. An der Integration der Elektronik wird in den nächsten Monaten gearbeitet.

Die Wissenschaftlicher aus dem Bereich Wirtschaftsinformatik sind in ihrem Teilprojekt für die App-Entwicklung zuständig. Zurzeit stehen sie in engem Kontakt mit einem Klinikum und führen Gespräche mit Mitarbeitern der Notaufnahme. Für ihre Forschungsarbeit untersuchen sie, wie die Mitarbeiter bei hoher Belastung unterstützt werden können. Mit den Ergebnissen können beispielsweise Prozesse optimiert und Arbeitsplätze gestaltet werden.