Im August 2017 startete an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) eine weitere Nachwuchs-forschergruppe im Bereich Gesundheit/Medizintechnik. Fünf Wissenschaftler werden für drei Jahre aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und forschen an der Entwicklung verschleißarmer Implantate für Hüftgelenk und hüftgelenksnahe Frakturen.

Entwicklung verschleißarmer Implantate

Die Implantation von künstlichen Hüftgelenken, sogenannten Hüftendoprothesen sowie die Versorgung hüftgelenksnaher Oberschenkelknochenfrakturen (Femurfrakturen) mit intramedullären Nägeln (medizinische Bezeichnung für die Lage im Knochenmark) gehören in Deutschland zu den häufigsten Operationen, wobei die demographische Entwicklung eine weitere Zunahme derartiger Eingriffe erwarten lässt. Neben der Beseitigung der Schmerzen stellt die Normalisierung der Funktion das wichtigste Behandlungsziel dar. Unverzichtbare Voraussetzungen hierfür sind, dass die Implantate einen geringen Verschleiß und eine hohe Langzeitstabilität aufweisen, so dass die Mobilität bis ins hohe Alter gewährleistet ist.

Neben der objektiven Bewertung der Versorgungsqualität bei derzeit verwendeten Implantaten werden etablierte und neue Rehabilitationskonzepte analysiert. Ziele der Nachwuchsforschergruppe sind zum einen die Entwicklung einer verschleißarmen, langzeitstabilen Hüftendoprothese mit integriertem Stoßdämpfer zur Minimierung von Lastspitzen. Zum anderen wird ein intramedulläres Implantat mit signifikant erhöhter Lebensdauer zur Behandlung von Femurfrakturen entwickelt. Die Wirksamkeit der Entwicklungskonzepte soll anhand eines eigens konzipierten und aufgebauten Prüfstands zur Beurteilung der Dämpfungs- und Verschleißeigenschaften von Hüftendoprothesen sowie zur Beurteilung der Lebensdauer intramedullärer Implantate nachgewiesen werden.