Private Haushalte verbrauchen laut Angaben des Umweltbundesamts rund ein Viertel der Gesamtenergie in Deutschland. Die anderen Sektoren sind Industrie, Verkehr sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Der Anteil der Haushalte lag 1990 fast genauso hoch wie heute. Mehr als zwei Drittel davon werden zum Beheizen von Wohnraum aufgewendet. Dafür setzen wir hauptsächlich klimaschädliche, fossile Brennstoffe ein. Erst an dritter Stelle stehen erneuerbare Energien wie z.B. Sonnen-, Bio- und Windenergie.

Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes leben inzwischen 41% der Deutschen in Singlehaushalten. Hinzu kommt, dass immer größere Wohnflächen von einer verhältnismäßig niedrigen Mieterzahl angemietet werden. Diese Faktoren sowie ein wachsendes Verkehrsaufkommen, bedingen für die Zukunft einen steigenden Energiebedarf und erhöhen unsere Umweltbelastung. 

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Null-Emissions-Quartier

Ein durch die Stadt Zwickau koordiniertes Konsortium aus 13 Partnern, realisiert ein Null-Emissions-Quartier, das zeigen soll, wie Wohnungen auf Basis elektrisch-thermischer Verbundsysteme, innovativer Speichertechnologien und vernetzter Kommunikationstechnologie zukunftssicher und bezahlbar versorgt werden können. Darüber hinaus spielt auch der soziale Aspekt der Quartiersentwicklung eine große Rolle im Projekt. Die Entwicklung von Mobilitätskonzepten, die Steigerung der Nutzerakzeptanz bezüglich neuartiger Technologien und die Einbindung aller Bewohner und Anlieger im Quartier in das Projekt vervollständigen die Bemühungen der Partner zur Realisierung und Demonstration der Energiewende.

Im Projekt sollen bestehende Geschosswohnungsbauten in einer Großwohnsiedlung in Zwickau Marienthal zu einem Nullemissionsquartier umgebaut werden. Nullemission bedeutet in diesem Zusammenhang, die Wohnungen mit effizienten Technologien wie Photovoltaik, Erdwärme o.ä. auszustatten und so umzubauen, dass sie einen hohen Nutzungsgrad regenerativer Energien verwenden können. Im Zwickauer Stadtteil Marienthal werden drei vergleichbare Liegenschaften betrachtet. Die vorhandene Ausstattung bzw. der Istzustand der Blöcke wird durch die Projektpartner geprüft und für weitere Vergleichsanalysen aufgenommen.

Geplant ist zunächst der Umbau von einem bis drei Blöcken. Durch eine ähnliche Mieterstruktur, dieselbe Bauweise, Ausstattung und Ausrichtung können die umgebauten Blöcke mit den ursprünglichen Blöcken sehr gut verglichen werden. Daran soll sichtbar gemacht werden, was technisch machbar und sinnvoll ist. In den ersten zwei Jahren entwickeln die Partner ein Konzept, um die Wirtschaftlichkeit zu beweisen. Danach kann es für drei Jahre in die geplante Umsetzung gehen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördern das Projekt für fünf Jahre mit rund 16 Millionen Euro. Die WHZ erhält aus diesem Topf 4,5 Millionen Euro. ZED ist damit das größte Forschungsprojekt an der Hochschule.

Offizieller Startschuss: 15. Nov. 2018 im ubineum