Fachtagung Dolmetschen 2008

Fachtagung 2008: Dolmetschen im therapeutischen Bereich

Gemeinsame Fachtagung der Gesellschaft für Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (GGKG) e. V. und der Westsächsischen Hochschule Zwickau in Münster/Westf.

Germany_MH_Presentation.pdf

Fachtagung Dolmetschen 2007

"Dolmetschen im therapeutischen Bereich – Klinische Informationen und praxisorientierte Arbeitstechniken"

Das Verständnis von "Dolmetschen" muss überdacht werden, damit der Beruf sich weiterentwickeln kann. Überdenken heißt in diesem Fall, die Vorstellungswelt zu erweitern und neben der reinen technischen Dolmetschtätigkeit auch menschliche und soziale Aspekte einzubeziehen. Dean und Pollard haben bereits in ihrer ersten Veröffentlichung zur Anwendung des Demand-Control-Schemas auf das Dolmetschen aus dem Jahr 2001 betont, dass das Dolmetschen eine praxisorientierte Tätigkeit ist und das die Fokussierung auf den Dolmetschprozess Mythen und Missverständnisse hervorgebracht hat.

Ein solcher Mythos ist die Annahme, dass Dolmetscher keinen aktiven Part in einer Kommunikationssituation haben und keinen Einfluss auf die Situation nehmen. Ein weiterer Mythos ist die Annahme, dass die üblicherweise vermittelten Konzepte zum Dolmetschen als lediglich sprachlich-kultureller Tätigkeit das Phänomen dieser Tätigkeit ausreichend darstellen. Der letzte Mythos ist die Annahme, dass das Befolgen einer begrenzten Zahl berufsethischer Regeln ausreicht, um in jeder Situation verantwortungsvoll tätig sein zu können.

Abgesehen davon, dass die auf diesen Mythen beruhenden Missverständnisse in allen Settings störend wirken können – im therapeutischen Bereich stören sie besonders. Es ist daher unbedingt erforderlich, sich mit diesen Mythen kritisch auseinanderzusetzen und dafür zu sorgen, dass sie für die jeweilige Situation ausgeräumt werden können. In jedem Fall kann es dazu führen, dass die Anamnese und Behandlung für den gehörlosen Patienten effektiver gestaltet werden kann.

Dean und Pollard werden diese Mythen näher beleuchten und die Grundzüge ihres Demand-Control-Schemas vorstellen. Vor diesem Hintergrund werden sie ihre praxisorientierte Perspektive auf das Dolmetschen speziell im therapeutischen Bereich darstellen. Ziel ist es, einen ganzheitlichen Zugang zum Dolmetschen zu bekommen, der neben sprachlich-kulturellen Aspekten auch den Einfluss des Dolmetschers in der Situation, die in der Situation Beteiligten, die Kollegen und andere Aspekte mit einbezieht.

Robert Q Pollard Jr.,Ph. D., ist Associate Professor of Psychiatry (Psychology) an der University of Rochester, School of Medicine, und Leiter des Deaf Wellness Center (DWC).

Robyn K. Dean,M. A., C. I./C. T., ist seit 1999 an der University of Rochester, School of Medicine, tätig. Sie arbeitet seit 16 Jahren als zertifizierte Dolmetscherin und Ausbilderin; ihr Schwerpunkt liegt im medizinisch-therapeutischen Bereich.

Wann?7./8.Juni 2008
Samstag, 7.6.2008, 14:00-18:00 Uhr
Sonntag, 8.6.2008,  09:00-17:00 Uhr
Wo?

 

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Hörsaal 2
Hindenburgplatz 10-12
Münster/Westf.
Zielgruppe:Dolmetscher, gehörlose und hörende Fachleute aus dem therapeutischen Bereich und gehörlose und hörende Pädagogen
Tagungssprachen:Englisch und Deutsche Gebärdensprache
Download/Links:Anmeldeformular und Informationen zu den Teilnahmegebühren (55 KB)

Registration Form (12 KB)

Lageplan Universität Münster (108 KB)

Inhaltsübersicht der Fachtagung (48 KB)

Germany 2008 - Handout (337 KB) 

http://www.urmc.rochester.edu/dwc/

Kontakt:Prof. Meike Vaupel
Meike.Vaupel[at]fh-zwickau.de