Lehrvideos

Der vorliegende Handlungsleitfaden ist für Lehrende an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) konzipiert und soll in kompakter Form Empfehlungen und Anhaltspunkte zum erfolgreichen Einsatz von Videos in der Lehre geben.

Der vorliegende Handlungsleitfaden erhebt nicht den Anspruch darauf, dieses komplexe Thema vollständig abzudecken, sondern sammelt vielmehr konkrete Hinweise und praktische Tipps für eine mögliche Herangehensweise. Dabei steht weniger die Entwicklung passender didaktischer Konzepte als vielmehr die praktische Vorgehensweise bei der Erstellung von Videos im Mittelpunkt. Inhaltliche Grundlage der Hinweise und Empfehlungen sind neben den angegebenen Quellen vor allem praktische Erfahrungen des Autors, die in diesem Leitfaden festgehalten werden sollen. Dabei geht es auch immer darum, anzudeuten, welche Möglichkeiten eigentlich bestehen.

Dazu sei angemerkt, dass es natürlich verschiedene Möglichkeiten gibt, professionelle Videos zu erstellen, was in der Regel mit viel Aufwand verbunden ist, der fast nur in Verbindung mit einem an der Hochschule verankerten Medienzentrum möglich ist. Ist der Lehrende auf sich gestellt, gilt es, einen guten Kompromiss zwischen Aufwand und Nutzen zu erzielen. Mögliche Einsatzszenarien oder Anreize zur Erstellung von Videos in der Lehre gibt es viele. Denkbar wären beispielsweise Vorlesungsaufzeichnungen oder ergänzende Lernvideos zu ausgewählten Inhalten. Vielleicht gibt es auch ganz grundlegende Erklärungen, die die Lehrenden schon hundertmal im Praktikum einzelnen Studierenden gegeben haben. Vielleicht wäre es hier eine sinnvolle Alternative, die nötigen Erklärungen einmal in Form eines kurzen Videos aufzuzeichnen und die Studierenden bei Bedarf darauf zu verweisen. Nicht zuletzt wäre es auch denkbar, die Studierenden als Prüfungsvorleistung oder alternative Prüfungsleistung selbst Videos zu bestimmten Inhalten erstellen zu lassen. In den praktischen Ausführungen wird auf die Software Camtasia verwiesen, die auch vom Autor für die Erstellung seiner Lehrvideos eingesetzt wird. Im Leitfaden wird immer wieder auf die jeweiligen Tutorials des Softwareherstellers verwiesen, um nicht einfach dort gegebene Erklärungen zu wiederholen. Auch wären diese Ausführungen mit jeder neuen Version der Software ein Stück weit überholt. Fertige Videos, die nach den im vorliegenden Leitfaden beschriebenen Hinweisen erstellt wurden, sind im Videoportal der Hochschule zu finden.

Bei der Produktion von Videos sind im Wesentlichen vier Schritte zu durchlaufen, die in Abbildung 1 dargestellt sind.

Im ersten Schritt muss zunächst ein Konzept für das zu erstellende Video entwickelt werden. Wie für jedes andere Lehr- und Lernmaterial müssen der Inhalt und das zugrundeliegende didaktische Konzept geklärt werden. Bei einem Video muss zusätzlich besonderes Augenmerk auf einen geeigneten Umfang und einen sinnvollen Ablauf gelegt werden. Dies ist vor allem wichtig, da der zeitliche Aufwand für die Aufnahme sowie die Nachbereitung im Allgemeinen sehr hoch ist.

Ist das Konzept entwickelt, geht es mit der Aufnahme des eigentlichen Videomaterials weiter. Hierfür sind vorab einige vorbereitende Schritte bzgl. des Arbeitsplatzes, der Nutzung des Mikrofons usw. zu absolvieren. Auch bei der eigentlichen Aufnahme sind einige Stolperfallen zu beachten, auf die später eingegangen wird.

In der Nachbearbeitung bzw. der Postproduktion werden die einzelnen Aufnahmen zu einem Video zusammengefügt und passend geschnitten. Außerdem werden je nach Bedarf visuelle Effekte hinzugefügt, Hervorhebungen eingebaut, die Audiospur nachbearbeitet sowie beispielsweise Musik hinterlegt. Hier kann je nach angestrebten Professionalitätsgrad eher wenig oder auch sehr viel Zeit investiert werden.

Nachdem die Arbeiten am Video beendet sind, muss die eigentliche Videodatei erstellt und der Zielgruppe in geeigneter Weise zur Verfügung gestellt werden (Auslieferung).

Der wichtigste Schritt bei der Erstellung eines Videos ist es, vorab ein Konzept zu erstellen. Dazu gehört zunächst einmal die Klärung derselben Fragen, die sich auch bei jedem anderen Lehrmaterial stellen:

  • Welche Inhalte sollen durch das Video vermittelt werden?
  • Was sind die Lernziele des Videos?Welche Inhalte sollen vermittelt werden?
  • Wie gliedert sich das einzelne Video in seinen Kontext ein?
  • Wer ist die Zielgruppe des Videos?
  • In welchem Rahmen soll es veröffentlicht werden?

Bei Erklär-Videos sollte das Thema ganz klar eingegrenzt sein. Diese lassen sich durch den Lehrenden besser konzipieren und erstellen und sind auch für die Lernenden besser zu erfassen. Suchen Sie bei komplexen Themen nach geeigneten "Sollbruchstellen" und erstellen Sie lieber eine Reihe kurzer Videos als ein langes.


Da die Aufnahme und die Nachbearbeitung von Videos sehr zeitaufwendig sind, lohnt sich jeder zeitliche Mehraufwand, der in die Konzeption fließt, später doppelt und dreifach. Sparen Sie also bitte auf keinen Fall beim Konzept!


Als Richtwert sollte ein einzelnes Erklär-Video nicht länger als 10 Minuten sein.

Wenn diese Fragen geklärt sind, sollte der Ablauf der Inhalte des Videos möglichst genau konzipiert werden, um später zeitaufwendige Mehrarbeit zu vermeiden. Natürlich gibt es auch Lehrende, die einfach nur ihre spontan formulierten Erklärungen zu einem bestimmten Thema festhalten wollen. Für die Allermeisten wird diese Vorgehensweise aber nicht Mittel der Wahl sein.

Gängige Mittel zur vorherigen Planung des Ablaufs sind ein Storyboard oder ein Skript. Diese müssen nicht bis ins letzte Detail ausgefeilt sein, dürfen aber auch nicht zu knapp ausfallen. Ein Storyboard besteht aus einer Reihe von Bildern mit zugehörigen Notizen, die den Ablauf des Videos aufzeigen (siehe Abbildung 2).

In einem Skript oder Drehbuch finden sich vor allem Stichpunkte dazu, was nacheinander vermittelt werden soll. Das dient zum einen dazu, dass keine wesentlichen Inhalte vergessen werden und dass ein "roter Faden" im Video gegeben ist. Zum anderen können hier auch Formulierungen im gewünschten Detaillierungsgrad festgehalten werden, um später bei der Aufnahme nicht zu sehr ins Stocken zu geraten.

Tabelle 1 enthält einen Ausschnitt aus dem Drehbuch zu einem vom Autor erstellten Lehrvideo. Am Anfang kann eine Darstellung als Tabelle hilfreich sein, um die Abgrenzung zwischen den einzelnen "Szenen" im Ablauf deutlich zu machen. Mit zunehmender Erfahrung kann dann auch in ein einfacheres Format (z.B. eine einfache Anstrichliste) übergegangen werden.

 

Erste Folie ppt
  • herzlich willkommen
  • geht um grundlegenden Umgang mit Klassen und Objekten
  • wollen selbst eine einfache Klasse in Greenfoot definieren
  • dann damit arbeiten, d.h. Instanzen der Klasse anlegen und deren Methoden aufrufen
  • parallel dazu wollen wir uns immer ansehen, was im Speicher passiert, um die Abläufe nachvollziehen zu können
Zweite Folie, Klassendiagramm erläutern
  • hier sehen wir unser zunächst noch recht bescheidenes Ziel
  • wir wollen eine Klasse Person definieren
  • hier dargestellt in UML-Notation (weit verbreiteter grafischer Modellierungsansatz)
  • zu Klassen in der OO gehören in der Regel Instanzvariablen und Methoden
  • Synonyme für Instanzvariablen: Objektvariablen, Zustandsfelder -> repräsentieren den aktuellen Zustand der Objekte
  • Methoden stellen die Fähigkeiten der Klassen und Objekte dar
  • was soll unsere Person-Klasse beinhalten: Setter und Getter erklären
Greenfoot
  • nun zur Umsetzung in Greenfoot
  • benutzen das bekannte "eingabe_und_ausgabe_in_konsole"-Szenario
  • fügen zunächst eine neue Klasse Person hinzu
  • zunächst alles entfernen, was automatisch von Greenfoot generiert wurde -> wollen mit einer leeren Klasse beginnen
  • könnten bereits jetzt eine Instanz mit new anlegen
  • kann nur noch nicht wirklich viel
  • deshalb nun zunächst die Instanzvariablen ergänzen
  • wieder Instanz anlegen
  • dann den Konstruktor (Besonderheiten erläutern): 1. Parameter; 2. keine Angabe Rückgabetyp; 3. zunächst noch nicht in die Zustandsfelder speichern, dann schon

Tabelle 1: Beispieldrehbuch für ein Lehrvideo

Je nach Fähigkeiten des Sprechers können die Stichpunkte natürlich auch sehr viel knapper ausfallen. Nach der Formulierung eines Teils des Skripts sollte dies am besten laut durchgesprochen werden. Dabei fällt fast immer auf, wo es noch unschöne Übergänge gibt oder sich der gesprochene Text irgendwie "holprig" anhört. Beim Durchsprechen sollte man sich auch immer wieder fragen, ob die Ausführungen wirklich zum Thema beitragen. Alle an sich überflüssigen Aussagen sollten wieder gestrichen werden (weitere Hinweise zur Vorbereitung sowie Druckvorlagen für Skripte und Storyboards).


Checkliste: Videokonzept

  • Entwickeln Sie ein zugrundeliegendes didaktisches Konzept (u.a. Zielgruppe, Lernziele, Inhalt).
  • Bereiten Sie den Ablauf des Videos mit Skript und/oder Storyboard vor.
  • Sprechen Sie das Skript durch und verfeinern Sie es schrittweise.

Ein möglicher Wunsch kann es sein, dass die Videos auch optisch gleich als Produkte der Westsächsischen Hochschule Zwickau erkennbar sein sollen. Dazu ist es hilfreich, für die späteren Nacharbeiten auf das Corporate Design der Hochschule wertzulegen (Farbwerte der Hochschulfarben sowie Logos und Folien-Master für PowerPoint-Präsentationen). Um spätere Nacharbeiten zu vermeiden, sollten diese vorab besorgt werden.

Achten Sie auch auf die richtige Ausrüstung. Für viele Zwecke sind in Laptops integrierte Webcams oder auch die Kameras aktueller Smartphones ausreichend. Aber selbst bei Smartphones sollte auf die Verwendung eines Stativs geachtet werden, wenn keine "besondere Dynamik" gewünscht ist. Zahlreiche gute Smartphone-Halterungen für Stative sind im Handel erhältlich.


Wenn Camtasia für die Videoerstellung genutzt wird, stellt TechSmith Fuse eine sinnvolle Ergänzung dar, um mit dem Smartphone aufgenommene Videos und Fotos direkt für die weitere Bearbeitung an Camtasia auf einem Desktop oder Laptop zu senden (weitere Informationen).


Auch die verwendeten Mikrofone sollten vorher auf ihre Qualität getestet werden. Auch hier reichen für einfache Erklärvideos oder Screencasts meist die eingebauten Standardmikrofone. Wie immer kann für eine höhere Qualität natürlich auch in entsprechende Hardware investiert werden. Auch sollte prinzipiell darauf geachtet werden, einen Aufnahmeort zu wählen, der wirklich arm an Störgeräuschen ist.

Sind weitere Personen an dem Video beteiligt, sollten diese anhand des Skripts genau instruiert werden. Wichtig ist auch, dass alle Personen, die im Video zu sehen sind, auch eine entsprechende Einverständniserklärung unterschrieben haben. Ein guter Ansprechpartner für das Aufsetzen einer solchen Erklärung ist die Stabsstelle Kommunikation & Marketing, da dort recht ähnliche Erklärungen auch im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden.

Mitunter sind es kleine Dinge, die ein Video professioneller oder unprofessioneller erscheinen lassen. Sicherlich hat beispielsweise sicher fast jeder schon ein Tutorial-Video gesehen, bei dem der gezeigte Desktop vor Symbolen nur so überquoll. Man erfuhr oft mehr über den Videoersteller als man eigentlich wollte... Deshalb sollte vor einer Bildschirmaufnahme immer für einen aufgeräumten Desktop gesorgt werden. Unter Windows 10 beispielsweise ist das sehr einfach möglich. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf Ihrem Desktop und wählen Sie im erscheinenden Menü Ansicht -> Desktopsymbole anzeigen (siehe Abbildung 3). Durch einen Klick verschwindet der dort zu sehende Haken und alle Symbole auf dem Desktop werden vorübergehend ausgeblendet. Genauso können diese auch wiederhergestellt werden.

Auch sollte ein möglichst neutraler Desktop-Hintergrund gewählt werden, um einen professionellen Eindruck zu wahren.

Wenn auch Personen vor der Kamera zu sehen sein sollen, sollte auch hier ganz bewusst auf Kleidung, Aufmachung und ggf. Make-Up wertgelegt werden.

Nun noch einige Anmerkungen zum Einsprechen der Texte für das Lernvideo. Diese spielen natürlich bei der ganzen Aufnahme eine Rolle, werden aber dennoch nun hier im Rahmen der Vorarbeiten thematisiert, da es sich auf jeden Fall empfiehlt, gerade bei den ersten "Gehversuchen" mit Lernvideos einige Testaufnahmen zu machen. Auch hier gilt wieder der Grundsatz, dass hier lieber etwas mehr Zeit investiert werden sollte, als das nach fünf aufwendig erstellten Videos die Erkenntnis reift, dass man besser von Anfang an etwas hätte anders machen sollen. Was sollte also im Rahmen der "Sprechproben" bei den Testaufnahmen beachtet werden?

Achten Sie bewusst auf die Sprechgeschwindigkeit. Diese sollte nicht übertrieben schnell, aber auch nicht einschläfernd langsam sein. Achten Sie auf einen motivierenden und freundlichen Tonfall. Ihre Lernenden sollen dazu angeregt werden, das ganze Video aufmerksam zu verfolgen und mitzudenken. Achten Sie auch auf Ihren Dialekt. Je nach Zielgruppe kann ein zu breites Sächsisch vielleicht wieder unprofessionell wirken. Aber das muss natürlich jeder selbst entscheiden...


Versuchen Sie bewusst, einzelne relativ kurze Passagen einmal auf verschiedene Weise vorzutragen, um zu sehen, was im Kontext des Videos am besten wirkt.


Wenn Sie nach der Testaufnahme mit einem der genannten Aspekte nicht zufrieden sind, kann es hilfreich sein, eine zweite Aufnahme zu machen, bei der Sie bewusst ins Extrem gehen. Wenn Ihnen also beispielsweise ihre erste Aufnahme sehr monoton vorkam, versuchen Sie einmal eine zweite Aufnahme anzufertigen, in der Sie den gleichen Text übertrieben lebhaft und begeistert vortragen. Achten Sie dann beim Anhören darauf, was Ihnen trotz der Übertreibung an der zweiten Aufnahme besser gefällt. Versuchen Sie dann in einer dritten Aufnahme einen passenden Mittelweg zu finden. Erfahrungsgemäß neigen die meisten Sprecher aus dem akademischen Bereich bei ihren Lernvideos zu einer eher monotonen Vortragsweise. Trauen Sie sich also ruhig, lieber etwas mehr aus sich herauszugehen. Ihre Zuhörer werden es Ihnen danken!

Sowohl für das zuvor beschriebene Videokonzept als auch bei den Testaufnahmen ist es immer gut, das Feedback eines oder mehrerer Unbeteiligter einzuholen. Wichtig ist dabei, dass diese sich offen äußern können. Es geht ja immer um Kritik an der Sache und als Videoschaffender sollte man immer bewusst daran denken, dass es nicht so sehr um die eigene Person geht.

Noch ein Tipp: Falls Sie nach den Testaufnahmen und weiteren Versuchen zur Verbesserung dennoch unzufrieden mit Ihrem Vortrag sind, ist es auch keine Schande, das Video von jemand anderem einsprechen zu lassen. Es sind und bleiben dennoch Ihre Ausführungen und Ihre Gedanken.


Checkliste: Praktische Vorarbeiten

  • Klären Sie, inwieweit das Corporate Design der Hochschule für Ihre Aufnahme eine Rolle spielen sollte.
  • Bereiten Sie Ihre Ausrüstung (Kamera, Mikrofon) sowie Ihren Arbeitsplatz (z.B. Desktop-Hintergrund) für die Aufnahme vor.
  • Machen Sie einige Testaufnahmen und achten Sie darauf, genügend Begeisterung in Ihren Vortrag zu legen. Holen Sie Feedback zu Ihren Testaufnahmen ein.

In diesem Abschnitt soll nun die eigentliche Aufnahme der Videobestandteile beschrieben werden. Dabei soll es vor allem darum gehen, auf praktische Tipps hinzuweisen, wie bestimmte Möglichkeiten sinnvoll angewandt werden können und einige Stolpersteine vermieden werden können. Für die konkrete Anleitung zur Nutzung einzelner Features der Software wird jeweils auf ein passendes Tutorial des Anbieters verwiesen, da diese in der Regel sehr gut und detailliert geschrieben sind und im vorliegenden Leitfaden nicht unnützerweise ohne Mehrwert gedoppelt werden sollen. Sollte für das konkrete Videoprojekt eine andere Software zum Einsatz kommen, können die allgemeinen Aussagen sicherlich gut auf diese übertragen werden.


Tutorial: Aufnehmen, bearbeiten, weitergebenDie grundlegende Verwendung von Camtasia zur Bildschirmaufnahme ist unter  beschrieben und mit einem Video erläutert. Es empfiehlt sich, dieses grundlegende Video ganz anzuschauen, um einen guten Überblick über die grundlegende Bedienung der Software zu bekommen. Wichtige Inhalte sind dabei die Auswahl, welcher Teil des Bildschirms aufgezeichnet werden soll und ob parallel beispielsweise Bild und/oder Ton einer Webcam aufgezeichnet werden sollen.


Folgende praktische Hinweise sollten Sie bei der Aufnahme beachten.

Erstellen Sie Webcam- sowie Bildschirmaufnahmen im Idealfall bereits in der Auflösung, in der Sie später das Video auch zur Verfügung stellen wollen (siehe Kapitel Auslieferung in diesem Leitfaden). Bei Camtasia sind das standardmäßig 480p, 720p bzw. 1080p. Dadurch wird der abschließende Render-Prozess zum Erstellen des auslieferbaren Videos deutlich schneller, da sehr viel Rechenaufwand zum Konvertieren der Auflösungen wegfällt.

Achten Sie bewusst während der Aufnahme auf auftretende Störgeräusche (z.B. plötzlich einsetzender Baulärm etc.). Unterbrechen Sie in diesem Fall wirklich lieber die Aufnahme. Zwar existieren in jeder Videosoftware auch Möglichkeiten zur Audio-Nachbearbeitung (Unterdrücken von Störgeräuschen, Anheben einzelner Passagen), aber diese können nie qualitative Mängel in der Grundaufnahme vollkommen beheben.

Camtasia bietet bei der Verwendung eines Mikrofons eine Lautstärkeanzeige an. Um eine Aufnahme zu erhalten, die später genügend Spielraum bei der Nachbearbeitung lässt, sollte sich der Lautstärkepegel etwa in der Mitte der Anzeige befinden.

Schon bei der Aufnahme sollten Sie auch darüber nachdenken, dass das Material möglichst gut für eine spätere Nachbearbeitung geeignet ist. Dazu gehört u.a., bei der Aufnahme etwas Zeit für spätere Übergangseffekte (z.B. kurze Schwarzblende, Verpixeln etc.) einzukalkulieren. Diese werden in der Regel eingesetzt, um einzeln aufgenommene Bestandteile eines Videos nahtlos ineinander übergehen zu lassen. Allerdings benötigen diese Effekte eine gewisse Zeit. Ist ein Video zu knapp aufgenommen, verdecken die Effekte ggf. bereits nützliche Inhalte. Nehmen sie deshalb am besten sowohl am Anfang als auch am Ende Ihrer Aufnahmen ca. 5 Sekunden "Leerlauf" mit auf, um hier später genügend Handlungsspielraum zu haben.

Eine weitere sehr gute Möglichkeit in der späteren Nachbearbeitung ist es, per Zoom auf einen bestimmten Teil des Bildschirms wichtige Details hervorzuheben. Dabei ist zu beachten, dass ein Zoom in der aktuellen Version der Software nur auf zusammenhängenden Aufnahmen möglich ist. Das bedeutet wiederum, dass Teile des Videos, die dann später mit einem durchgängigen Zoom arbeiten sollen, nicht in mehreren Einzelvideos aufgenommen werden können.

Diese grundlegende Empfehlung, inhaltlich zusammengehörende Teile auch als ein Video aufzunehmen, führt direkt zur nächsten Frage. Wie kann möglichst einfach damit umgegangen werden, wenn man sich während der Videoaufnahme verspricht? Sinnvoll wäre es, nicht gleich die ganze Aufnahme zu beenden und neu zu beginnen, sondern später einfach den "Versprecher" aus dem Material herauszuschneiden. Damit das später möglichst leichtfällt, empfiehlt es sich, einige kurze Momente zu warten und dann in aller Ruhe mit dem gewünschten Satz oder auch dem ganzen Absatz von vorn zu beginnen. Diese Sprechlücke wird später in der Audiospur deutlich erkennbar sein (siehe Abbildung 4), was es viel einfacher macht, die richtige Stelle zum Schneiden zu finden. Nicht sinnvoll ist in der Regel der Versuch, ein einzelnes falsches Wort herauszuschneiden. Ein exakter Schnitt dauert viel zu lange und das Ergebnis klingt in der Regel dennoch unnatürlich.

Viele Lernvideos werden neben einer Bildschirmaufzeichnung (z.B. von einer im Video erläuterten Software) auch konzeptionelle Inhalte vermitteln. Viele Lehrende sind recht gut mit PowerPoint-Präsentationen vertraut und es fällt Ihnen relativ leicht, diese zu erstellen. Auch der Autor des vorliegenden Leitfadens setzt bei seinen Lehrvideos gerne auf PowerPoint-Präsentationen, da hier sehr viel möglich ist. Ein Beispiel mit dem Animationsbereich in PowerPoint zeigt Abbildung 5.

Camtasia macht die Nutzung von PowerPoint-Präsentationen für diese Zwecke sehr leicht, da bei der Installation von Camtasia auch direkt ein PowerPoint-Add-In installiert wird, das die Aufnahme sogar direkt in PowerPoint ermöglicht.


Tutorial: Die PowerPoint Add-In SymbolleisteErläutertungen zur Verwendung und Bedienung des Camtasia-Add-Ins für PowerPoint


Wenn PowerPoint genutzt wird, ist aber eine weitere wichtige Überlegung zu berücksichtigen. Alles, was in PowerPoint erstellt wird, ist Teil des aufgenommenen Videos. Wenn später etwas verändert werden soll oder muss, muss auch dieser Teil des Videos insgesamt neu aufgenommen und dem Videoprojekt neu hinzugefügt werden.

Eine Alternative dazu ist die Verwendung von Anmerkungen (oder Callouts), d.h. eine Art erst bei der Videonachbearbeitung hinzugefügtes Textfeld. Dieses kann einfach später editiert und immer wieder verändert werden. Abbildung 6 beispielsweise zeigt die Verwendung einer Anmerkung für die Angabe eines Downloadlinks. Da sich dieser z.B. bei einer neueren Version der in dem Video beschriebenen Software verändern wird, wurde dieser dem Video nachträglich per Anmerkung hinzugefügt und nicht etwa "fest" in eine PowerPoint-Präsentation eingearbeitet.

Nehmen Sie sich also vorab etwas Zeit, um darüber nachzudenken, welche Inhalte sich ggf. häufiger einmal ändern könnten und fügen Sie diese erst bei der Postproduktion per Callout hinzu. Damit dieser Teil des Videos dennoch für den Zuschauer als natürlicher Bestandteil empfunden wird, ist es sicherlich sinnvoll, beispielsweise bereits in der Audiospur darauf hinzuweisen ("Unten rechts sehen Sie nun den Download-Link...") und auch auf dem Bildschirm genügend Platz für die spätere Ergänzung zu lassen.


Checkliste: Aufnahme

  • Erstellen Sie Aufnahmen bereits in der Auflösung, in der das Video später ausgeliefert werden soll.
  • Achten Sie auf Störgeräusche und einen guten Lautstärkepegel.
  • Fertigen Sie Ihre Videoaufnahmen mit ein paar Sekunden "Leerlauf" am Anfang und Ende an.
  • Nehmen Sie inhaltlich zusammengehörige Abschnitte auch zusammen auf. Achten Sie dabei auf eine Sprechlücke nach Versprechern.
  • Machen Sie Ihr Video "änderungsfreundlich", indem Sie bewusst entscheiden, welche Informationen lieber nachträglich per Anmerkung dem Video hinzugefügt werden sollten.

Nach Abschluss der eigentlichen Aufnahme folgt der Schritt der Postproduktion oder Nachbearbeitung. Hier gibt es ein breites Spektrum von Möglichkeiten und viel Handlungsspielraum. Dabei hängt viel davon ab, was das Ziel des Videos ist, für welche Zielgruppe es gedacht ist und wie viel Zeit hier überhaupt investiert werden kann. Nachfolgend werden einige wesentliche Möglichkeiten kurz angerissen, wobei Details jeweils in den verlinkten Tutorials zu finden sind.

Ein wesentlicher Schritt für ein relativ professionelles Video ist ein passender Schnitt der Aufnahmen. In Camtasia wird das als "Trimmen" bezeichnet und ist intuitiv über die Oberfläche möglich. Auch kann ein Video in mehrere geteilt werden und es können wiederum mehrere Einzelvideos "zusammengeheftet" werden.


Tutorial: Erweitertes Bearbeiten 1

Beschreibung grundlegender Techniken zum Schneiden und Zusammenfügen von Einzelvideos


Wie bereits im Abschnitt zur Aufnahme erwähnt, können weitere Informationen über Anmerkungen hinzugefügt werden. Diese umfassen u.a. Textfelder (sogenannte Callouts, siehe Abbildung 7), verschiedene Pfeile und Linien oder auch Werkzeuge, mit denen bestimmte Bereiche einer Aufnahme verpixelt, verwischt oder wie mit einem Scheinwerfer hervorgehoben werden können. Alle diese können nützliche Werkzeuge sein, um wichtige Informationen hervorzuheben bzw. zu ergänzen. Auch hier sollte aber darauf beachtet werden, dass weniger oft mehr ist. Genau wie in einer PowerPoint-Präsentation nicht jede vorhandene Animationsmöglichkeit auch zum Einsatz kommen sollte, sollte auch bei der Videonachbearbeitung eine Handvoll sinnvoller Elemente ausgewählt und durchgängig verwendet werden. Wenn beispielsweise immer wieder ein bestimmter Bildschirmbereich hervorgehoben werden soll, sollte dies immer wieder mit dem gleichen Werkzeug erfolgen und auch Callouts sollten farblich und im Stil abgestimmt genutzt werden.

Ein sehr einfach zu verwendendes aber recht professionell wirkendes Mittel sind Übergangseffekte zwischen Videobestandteilen wie eine Schwarzblende oder ein Aufleuchten. Diese können einfach per Drag & Drop an die "Schnittkanten" der Videobestandteile gezogen werden, um harte Übergänge zu vermeiden. Wer die Folienübergänge aus PowerPoint kennt, hat hier sicher schon eine gute Vorstellung zu den verschiedenen Möglichkeiten (siehe Abbildung 8).

Ebenfalls zu einem professionellen Eindruck der Videoproduktion beitragen dürfte eine durchdachte Nutzung der Medienbibliothek von Camtasia. Diese umfasst u.a. animierte Intros, Musik-Tracks oder auch animierte Einblendungen für das untere Bildschirmdrittel (z.B. Name und Zusatzinformationen zur gerade im Video sprechenden Person). Diese lassen sich ebenfalls einfach per Drag & Drop einem Videoprojekt hinzufügen. Auch hier gilt es, eine Reihe von aufeinander abgestimmten Elementen auszuwählen und diese durchgängig zu verwenden. Abbildung 9 zeigt links die Kategorien der Medienbibliothek und rechts eines der verwendeten animierten Intros.


Tutorial: Die Camtasia-Bibliothek

Vorstellung der  Bibliothek - Dabei wird auch erklärt, wie man diese organisieren und um eigene Elemente erweitern kann.


Zu erwähnen wäre noch, dass die mit Camtasia zur Verfügung gestellten Inhalte der Medienbibliothek für die Nutzung innerhalb Camtasias lizenzfrei sind, also ohne Einschränkung auch für Videos eingesetzt werden können, die mit Camtasia erstellt und öffentlich zur Verfügung gestellt werden sollen (siehe Punkt 11.2.2 der unter https://www.techsmith.de/camtasia.html verlinkten Lizenzvereinbarung - Stand 26.09.2018).


Generell müssen natürlich auch bei der Erstellung von Videos die Grenzen des Urheberrechts beachtet werden. Dies betrifft u.a. die Verwendung von Abbildungen oder auch von Musik. Wenn hierzu beispielsweise Material aus dem Internet verwendet wird, sollte darauf geachtet werden, dass diese unter einer geeigneten Lizenz (z.B. Creative Commons) stehen. Dementsprechend müsste natürlich auch das selbst produzierte Video mit einer passenden Lizenz versehen werden.


Neben dem Nachbearbeiten des visuellen Erscheinungsbildes sollte auch der Audio-Teil des Videos betrachtet werden. Auch hier sind im Allgemeinen verschiedene Effekte denkbar, wie Abbildung 10 zeigt. Nennenswert sind hier vor allem die Rauschreduzierung und der Lautstärkeausgleich. An dieser Stelle sei aber noch einmal daran erinnert, dass diese Effekte eine schlechte Originalaufnahme nur bis zu einem gewissen Grad "retten" können.

Daneben ist auch eine sehr feingranulare individuelle Nachbearbeitung insbesondere des Verlaufs der Lautstärke möglich. Dazu können wie in Abbildung 11 gezeigt, beliebig viele sogenannte Audiopunkte hinzugefügt werden, mit denen dann der gewünschte Verlauf der Lautstärke über die Zeit einfach per Drag & Drop geregelt werden kann. Schöne Effekte sind beispielsweise mit dem langsamen Ein- oder Ausblenden von Musik denkbar. Der Autor verwendet gerne ein Intro mit relativ lauter Musik, die dann langsam ausgeblendet wird vor dem Übergang zum Videovortrag. Auch eine leise und dezent im Hintergrund spielende Musik kann für den Zuschauer ansprechend wirken. Die Medienbibliothek enthält eine ganze Reihe von dazu geeigneten Stücken.

Wenn eine ganze Videoreihe produziert wird, ist es im Allgemeinen sinnvoll, alle immer gleichbleibenden Elemente (z.B. Intro und Outro mit passender Musik etc.) in einem Videoprojekt als Schablone oder Rahmenbau abzuspeichern, die immer wieder als Grundlage für das nächste Video verwendet wird. Dies erspart zum einen unnütze doppelte Arbeit und trägt zum anderen zu einem einheitlichen Look der Videoreihe bei. Eine Möglichkeit dazu wäre es, bestimmte Abschnitte der Medienbibliothek hinzuzufügen. Wie das geht, wird im bereits erwähnten Tutorial zur Medienbibliothek gezeigt.

Auf eine letzte Form der Nachbearbeitung sei noch verwiesen, auch wenn der Autor diese bei seinen bisherigen Projekten noch nicht verwendet hat. Camtasia bietet die Möglichkeit, in begrenztem Umfang auch interaktive Elemente in die Videos einzubauen.

Dies sind zum einen anklickbare Hotspots, mit denen dann auf eine bestimmte URL oder einer bestimmten Stelle im Video geleitet wird. Denkbar wäre damit beispielsweise, dass Lernende einen bestimmten Teil der Erklärung überspringen können, wenn sie mit dem betreffenden Thema schon vertraut sind.

Zum anderen können auch Quizfragen oder Umfragen an einer bestimmten Stelle im Video hinterlegt werden. Dies können im Wesentlichen Multiple-Choice und Freitext-Fragen sein. Hierbei kann auch eine E-Mail-Adresse hinterlegt werden, an die die Ergebnisse einmal täglich geschickt werden.


Tutorials zu interaktiven Elementen

Hier und hier wird das Hinzufügen und Bearbeiten von interaktiven Hotspots und Quizfragen ausführlich beschrieben.


Zu beachten ist dabei, dass bei der Nutzung von Interaktivitätsfeatures kein "normales" Video mehr produziert werden kann. Damit die Interaktivitätsfeatures genutzt werden können, muss das Video dann mit dem sogenannten TechSmith Smart Player abgespielt werden. Die daraus resultierenden Auswirkungen werden im nächsten Kapitel beschrieben.

Im Sinne der Barrierefreiheit sowie der Internationalisierung ist auch noch die Einbindung von Untertiteln zu erwähnen. Ausführliche Informationen dazu enthält dieser Artikel. Im Wesentlichen muss hier wieder entschieden werden, ob die Untertitel vom Betrachter ausgeblendet werden können sollen (erfordert wieder den bereits erwähnten Smart Player) oder fest ins Video "eingebrannt" werden sollen. Camtasia unterstützt verschiedene gängige Dateiformate für Untertitel, die bei der Videoproduktion importiert werden können.


Checkliste: Postproduktion

  • Versehen Sie Ihr Video mit Anmerkungen, um bestimmte Inhalte hervorzuheben oder zusätzliche Informationen anzufügen. Achten Sie darauf, hierbei ein durchgängiges Konzept zu haben und nicht zu viele Werkzeuge einzusetzen.
  • Setzen Sie je nach gewünschtem "Grad an Professionalität" weitere Elemente wie Übergangseffekte, Intros oder Hintergrundmusik ein.
  • Bearbeiten Sie die Audiospur nach, wo das nötig ist.
  • Speichern Sie sich immer wiederkehrende Bestandteile einer Videoreihe als Schablone ab.
  • Fügen Sie ggf. interaktive Elemente und/oder Untertitel hinzu.

Nachdem die Nachbearbeitung des Videos beendet ist, muss dieses nun in geeigneter Weise für die Lernenden zur Verfügung gestellt werden. Abbildung 12 zeigt die wesentlichen Möglichkeiten dazu in Camtasia. Wesentliche Entscheidungen sind hier die gewünschte Auflösung sowie die Entscheidung, ob ein reines MP4-Video oder ein Video mit Smart Player erstellt werden soll. Wie bereits erwähnt, sind Interaktivitätsfunktionen sowie ausblendbare Untertitel nur mit dem Smart Player möglich.

Welche Möglichkeiten bieten sich nun zur Weitergabe von Videos an der WHZ an? MP4-Videos erreichen zwar (gerade bei Videos mit einem hohen Anteil von nicht bewegten Bildern) eine sehr hohe Kompression, dennoch ist bei größeren Videos oder umfangreicheren Videoreihen recht schnell relativ viel Speicherplatz notwendig. Das zur Verfügung gestellte Beispielprojekt ist beispielsweise in 720p aufgelöst und hat eine Länge von 16 Minuten und 43 Sekunden. Die Dateigröße beträgt 41,8 MB. Das sind grob gerechnet 2,5 MB pro Minute.


Tutorial: Produktion & Weitergabe

Beschreibungen, wie das finale Video produziert wird und wie ein Camtasia-Projekt an andere Nutzer (auch zwischen Windows und Mac) zur weiteren Bearbeitung weitergereicht werden kann.


Natürlich könnten die Videos über die üblichen Netzlaufwerke zur Verfügung gestellt werden. Oft ist es aber eher gewünscht, diese in einen Kontext einzubetten, also beispielsweise über einen OPAL-Kurs anzubieten, wie es in Abbildung 13 zu sehen ist. Auch hier ist es natürlich möglich, die Videodateien direkt im Ablageordner des OPAL-Kurses zu hinterlegen. Das ist aber nur in begrenztem Umfang möglich. Ein OPAL-Kurs verfügt standardmäßig über einen bis zu 200 MB großen Ablageordner. Diese Grenze ist mit Videos natürlich schnell erreicht. Die Grenze kann manuell über den offiziellen OPAL-Support der Hochschule erhöht werden, aber das ist sicherlich keine Lösung für Videoauslieferung im größeren Stil.

Das eigentliche Einbinden von Videos in eine interne Seite eines OPAL-Kurses ist sehr einfach. Im OPAL-Editor findet sich der Menüpunkt Einfügen -> Video. Hier sind nur die Quelle und die gewünschten Abmessungen anzugeben. Im Punkt Einbetten ist es möglich, den Einbettungscode hineinzukopieren, wie er auf den jeweiligen Seiten gängiger Videoportale wie YouTube zu finden ist.

In Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Kommunikation & Marketing wäre es ggf. denkbar, Videos beispielsweise auf YouTube hochzuladen, wie das beispielsweise auch bei den Lehrvideos des Autors der Fall ist. Vielen ist nicht bewusst, dass nicht jedes auf YouTube hochgeladene Video auch automatisch für die Öffentlichkeit verfügbar ist. Denkbar wäre beispielsweise die Einstellung als "Nicht gelistet". So markierte Videos erscheinen nicht in den regulären Suchergebnissen und Playlists auf YouTube, können aber von jedem abgespielt werden, der den entsprechenden Link erhalten hat. Auch ist es möglich, Videos auf YouTube dennoch unter eine Creative Commons-Lizenz zu stellen.

Eine derzeit noch an mehreren Hochschulen und auch der WHZ eingesetzte Plattform zur Auslieferung von Videos ist das von der Bildungsportal Sachsen angebotene Magma. Durch die direkte Anbindung an OPAL wäre die Nutzung durchaus empfehlenswert. Derzeit befindet sich eine gemeinsame Videoplattform für die sächsischen Hochschulen im Aufbau (Videocampus Sachsen). Wenn diese Plattform die in sie gesetzten Erwartungen erfüllt, könnte sie sich in Zukunft zum Mittel der Wahl bei der Auslieferung von Videos entwickeln.

Wie bereits ausgeführt, ist es bei der Verwendung von interaktiven Elementen und Untertiteln notwendig, den sogenannten Smart Player zu verwenden. Dafür eignen sich im Prinzip zwei Distributionswege. Eine Möglichkeit wäre die Verwendung von screencast.com. Dabei handelt es sich um eine Videoplattform des Camtasia-Herstellers mit Unterstützung des Smart Players. Für diesen Dienst kann ein monatliches oder jährliches kostenpflichtiges Abo eingerichtet werden. Auch eine kostenlose Nutzung ist möglich, aber in ihrem Umfang stark eingeschränkt. So können nur Videos im Umfang bis zu 2 GB mit einer monatlichen Bandbreite von 2 GB gestreamt werden und Inhalte können nur für 12 Monate abgespeichert werden.

Deshalb ist es überlegenswert, bei Nutzung des Smart Players lieber eine eigene Webseite aufzusetzen, auf der das Video samt Player hinterlegt werden kann. Abbildung 15 zeigt das Produktionsergebnis, wenn der Smart Player ausgewählt wurde. Es gibt ein Video, das zeigt, wie die Dateien auf einem eigenen Webserver zur Verfügung gestellt werden können.

Letztlich gibt es auch hier verschiedene denkbare Szenarien zur Verbreitung des produzierten Videos. Ein wichtiges Kriterium dabei ist, ob aufgrund der verwendeten Elemente der Smart Player erforderlich ist, da hierdurch die möglichen Optionen deutlich eingeschränkt werden.

Daneben wird vor allem entscheidend sein, in welches Umfeld sich das Video einfügen soll. Ist das Video Teil einer regulären Lehrveranstaltung, ist es sicherlich sinnvoll, das Video dort zur Verfügung zu stellen, wo die Lernenden auch das restliche Lernmaterial finden.

Bei der Frage der Auslieferung der produzierten Videos wird sich die WHZ zur gegebenen Zeit um eine zentrale Lösung bemühen müssen. Der in Entstehung befindliche Videocampus Sachsen könnte sich hier als eine gute Lösung erweisen.

Checkliste: Auslieferung

  • Wägen Sie die verschiedenen Möglichkeiten zur Auslieferung sorgfältig gegeneinander ab. Bedenken Sie dabei, was das Beste für Ihre Lernenden ist und welche finanziellen Möglichkeiten vorhanden sind.

Blended Learning wird auch für die WHZ in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Lehr- und Lernkonzepte, die der Lebenswirklichkeit der heutigen Studierenden Genüge leisten, werden immer mehr damit zu tun haben, Lernmaterial orts- und zeitunabhängig zur Verfügung zu stellen. Flipped Classroom-Konzepte zum Umgang mit bezüglich des Vorwissens sehr heterogenen Studierendengruppen können eine sinnvolle Ergänzung sein. Und auch im Zuge der Internationalisierung mehrsprachig angebotene Lerninhalte werden irgendwann zum Standardfall werden.

In all diesen Punkten können Lernvideos ein sinnvolles Hilfsmittel sein. Der vorliegende Leitfaden hat hoffentlich einige hilfreiche Informationen zu deren Einsatz zusammengestellt und auch etwas Lust zum Ausprobieren gemacht.

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Ansprechpartner für Hochschuldidaktik
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+49 375-536-1036
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