Ableitungen aus den Evaluationsergebnissen

- Bezug zur fragebogenbasierten Modulevaluation Teil 1 -

Für eine erste Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Modulevaluation finden Sie hier potentielle Tipps zur Anpassung der eigenen Lehre oder Ideen für die Diskussion mit Kollegen. Die Hinweise und Ansätze stellen dabei allgemeine Leitlinien dar, welche in vielen Fällen - aber nicht immer - wirksam sein können.

Für eine tiefere und individuelle Betrachtung des Lehrhandelns ist eine persönliche Diskussion sinnvoll. Sprechen Sie uns bitte an (Kontaktdaten rechte Spalte). Darüber hinaus kennen Sie vielleicht auch hilfreiche Ansätze in der Lehre, welche hier ergänzt werden sollten. Für Ihre Hinweise sind wir Ihnen sehr verbunden.

"Wenn negative Ergebnisse rückgemeldet werden, freut sich niemand. Eine ganz natürliche Reaktion ist, zunächst sich zu ärgern, über die Ergebnisse, womöglich über die Evaluation, den Fragebogen und die Studierenden, oder sich zu überlegen, ob nicht mögliche kritische Rahmenbedingungen (zu kleiner Raum, zu viele Studierende, schlechte Akustik, kein sinnvolles Studienanfängerauswahlverfahren) oder das gegebene Thema, das die Studenten nicht interessieren oder überfordern könnte, verantwortlich sind. Oder man ist traurig, kann nicht die Früchte eigener Anstrengungen ernten, wird demotiviert.“ (Rindermann, 2004)

RINDERMANN & KOHLER (2003) beschreiben, dass Dozenten nicht nur informative Rückmeldung zu Ihren Stärken und Schwächen benötigen, sondern konkrete Hinweise, wie sie die Lehre anders gestalten können:

  1. In einem Beratungsgespräch sollten Lehrende informiert (Rückmeldung),
  2. ihr Problembewusstsein gefördert (Amplifizieren, Konfrontieren),
  3. einzelne modifizierbare Bereiche ausgewählt (Vereinfachung, Akzentuierung),
  4. dysfunktionale Erklärungsmuster und Handlungsketten unterbrochen (Reattribuierung),
  5. konkrete Veränderungsvorschläge erarbeitet (Vorschlagen, Modellieren) und
  6. Lehrende sollten zu Veränderungen aktiviert und emotional unterstützt werden.

Die Evaluation bedarf einer Ergänzung durch Beratung, Training und Anreize, um nicht nur einen irrelevanten behördlichen Verwaltungsvorgang darzustellen.

Abrahams, M. (Hrsg.): Der Einfluss von Erdnußbutter auf die Erdrotation. Birkhäuser 1999.

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