Entwicklungsschritte zu erfolgreichen Tutorien im Fachbereich

Die Entwicklung von erfolgreichen Tutorien besteht aus den Schritten: Tutoriumskonzept entwickeln, Tutor/innen ansprechen und auswählen, Tutor/innen auf ihre Tätigkeit vorbereiten und Tutor/innen in ihrer Tätigkeit begleiten sowie Konsequenzen für künftige Tutorien ziehen.

Als Ausgangspunkt ist zunächst eine Klärung der Rollen von Tutor/innen und Betreuenden vorzunehmen und damit das Fundament für eine gut funktionierende Arbeitsbeziehung zu legen. Nur wenn beide Seiten voneinander wissen, was die jeweils andere Seite für Erwartungen hat und vor welchen Herausforderungen diese steht, kann zielgerichtet auf das gemeinsame Ziel „gute tutorielle Praxis“ hinarbeitet.

Bedeutend ist zudem die fortlaufende Dokumentation der einzelnen Schritte. Denn nur was ausreichend dokumentiert ist, kann im nächsten Semester zur Weiterentwicklung des Tutoriums dienen und erleichtert damit die zukünftige Arbeit.

Fragekatalog für Betreuende

  • Welche Aufgaben, Herausforderungen und Verantwortlichkeiten haben Tutor/innen in ihrer Tätigkeit zu bewältigen?
  • Was bedeutet es für mich Betreuer/in zu sein (Aufgaben, Verantwortlichkeiten usw.)?
  • Wie und wobei kann ich als Betreuer/in Tutor/innen in ihrer Tätigkeit unterstützen?
  • Wobei brauche ich als Betreuer/in Unterstützung für meine Tätigkeit? Von wem? Was genau?
  • Wie viel Aufwand macht mir als Betreuer/in das Tutorium und möchte ich das leisten? Was ist der Gegenwert für mich? Wie kann ich den Aufwand minimieren? Wobei und wie nimmt mir das Tutorium Arbeit ab?
  • Welches Ziel und welche Funktion hat das Tutorium (z.B. auf die Prüfung vorbereiten, Studieneinstieg gestalten usw.)?
  • Wie ist das Tutorium ins Curriculum eingebunden (verbindlicher Modulbestandteil oder ergänzend zur grundständigen Lehre; Umfang, Häufigkeit, Zeitpunkt im Semester usw.)?
  • Welche Anreize können Tutor/innen für ihre Tätigkeit geboten werden (Vergütung im Rahmen einer Hilfskraftstelle, Creditpoints, Zertifikat usw.)?
  • Was haben Studierenden für Anreize, am Tutorium teilzunehmen (Verbesserung der Prüfungsleistung, Vertiefung interessanter Aspekte des Themas, praktische Anwendung des Gelernten usw.

Ausschreibung verfassen
Tutor/innen sind motiviert, wenn eine hohe Identifikation mit der und eine gute Orientierung für die Tätigkeit bestehen. Darum wollen Tutor/innen wissen…

  • Was habe ich für einen persönlichen Mehrwert von einer Stelle als Tutor/in?
  • Welche Unterstützungsleistungen erhalte ich für meine Tätigkeit als Tutor/in?
  • Welche Anforderungen muss ich erfüllen, um der Stelle als Tutor/in gerecht zu werden?
  • Welche Aufgaben beinhaltet die Tätigkeit als Tutor/in? (z.B. Prioritäten)
  • In welche Rahmenbedingungen ist die Stelle als Tutor/in eingebettet? (u.a. Umfang, Dauer und Vergütung)

Ausschreibung platzieren
Wie werden Studierende auf meine Ausschreibung aufmerksam (z.B. Aushänge, E-Mail usw.)?

Wie kann ich Tutor/innen auf ihre Tätigkeit didaktische und fachlich vorbereiten ([fachbereichsexterne] Schulungstermine, Material bereitstellen, Termine für inhaltliche Absprachen usw.)?

Wie kann ich Tutor/innen didaktisch und fachlich in ihrer Tätigkeit begleiten (Sprechstunde für Fragen, Anregung kollegialer Hospitation und Beratung, Beantwortung von Fragen, die Tutor/in nicht beantworten kann - Rückkoppeln der Fragen in Vorlesung und Tutorium)?

  • Wie kann das Tutorium evaluiert werden?
  • Wie kann ich die Qualität des Tutoriums sichern und weiterentwickeln (neu entstandene Konzepte sichern, Konsequenzen aus bisherigen Erfahrungen ziehen)?
  • Auf welche Konzepte und Materialien zum Tutorium kann ich bereits zurückgreifen?
  • Wo und wie sind Dokumente etc. elektronisch zu sichern (Lernplattform, Dokumentserver, Onlinespeicher usw.)?
  • Welche Arbeitsschritte muss ich bis zum nächsten Semester machen?
  • Wie kann ich Tutor/innen an ihre Tätigkeit binden?