Frauen und Informatik: Gründe, warum Mädchen Informatik studieren sollten

2012 begannen laut einer Studie der BITKOM 11,426 Frauen in Deutschland ein Informatikstudium – so viele wie nie zuvor.

Eigentlich gibt es keinen, wirklich gar keinen, Grund dafür, warum Frauen sich kein Studium der Informatik zutrauen sollten. Dennoch hört man leider doch noch öfter als erwartet von jungen Frauen, dass sie sich aus diesem oder jenen Grund nicht an ein Informatikstudium herantrauen. Nun – dann schauen wir uns die dann genannten "Gründe" mal genauer an...

Das Berufsbild, den ganzen Tag Computerprogramme zu schreiben, erscheint mir wenig verlockend.
Computerprogramme zu schreiben macht nur einen Teil des Berufs "Informatiker" aus. Ebenso gehört dazu, Projekte zu organisieren, Ergebnisse zu präsentieren, Lösungen zu testen, Kunden zu beraten oder deren Anforderungen herauszufinden. Nicht wenige Informatikerinnen programmieren im Berufsleben überhaupt nicht.

Aber mit einem Berufsbild, wo man den ganzen Tag (und die halbe Nacht) über dem Computer sitzt und für den "Kommunikation" nur über Tastatur stattfindet, kann ich mich auch nicht anfreunden.
Auch mit diesem Vorurteil ist es nicht weit her. Informatikerinnen (und Informatikstudentinnen) sind keine Exoten, sondern Menschen wie du und ich. Man kann sogar sagen: Wer erfolgreich im Beruf des Informatikers arbeiten will, muss gut mit Kunden und anderen Projektbeteiligten kommunizieren können (und das natürlich nicht nur in elektronischer Form), muss gut präsentieren und gut in der Gruppe zusammenarbeiten können. Und die genannten Themen sind an der WHZ auch Teil des Ausbildungsprogramms in unseren Studiengängen: Projekt- und Gruppenarbeit gibt es im Studium von ersten bis zum letzten Semester. Ebenso werden Präsentationen in englischer und deutscher Sprache wie auch das Schreiben fachlicher Texte gründlich geübt.

Ich habe in der Schule keine Informatikkurse belegt.
Das ist auch nicht nötig. Was man für das Informatikstudium mitbringen muss, sind neben ordentlichen Mathematik- und Englischkenntnissen vor allem Beharrlichkeit, Konzentration und Kreativität. Vielleicht kennst Du ja "Computerfreaks", die jede freie Minute am Rechner verbringen und sich mit merkwürdigen Fachabkürzungen unterhalten. Aber keine Sorge: Im Studium setzt keiner der Lehrenden besondere Vorkenntnisse voraus. Wer fleißig und motiviert lernt, ist schnell besser als mancher "Computerfreak".

Aber andere aus meiner Klasse haben schon gute Programmierkenntnisse, wie soll ich da mithalten?
Programmieren lernt man in Vorlesungen und Praktika - beginnend mit den einfachen Grundlagen. Für ein Informatikstudium ist es also keinesfalls notwendig, schon Programmiersprachen zu beherrschen (ebenso wenig wie man für ein Jura-Studium schon Gesetzestexte kennen muss). Wer logisch denken kann, kann auch lernen, Computerprogramme zu schreiben. Und noch einmal – Programmieren ist zwar ein wichtiger, aber keinesfalls der einzige Inhalt des Informatikstudiums.

Ich habe nicht einmal einen eigenen Computer, wie soll ich da Informatik studieren?
Etliche unserer Studenten legen sich erst in den höheren Semestern eigene Computer zu. An der WHZ bieten wir in den Lehrveranstaltungen der ersten Semester an, Laptops auszuleihen. Und selbstverständlich können Übungen auch in unseren gut ausgestatteten Computerkabinetten erledigt werden.

Die Studieninhalte sind zu technisch-abstrakt.
Wie schon gesagt – neben technischen und abstrakten Dingen geht es im Informatik-Studium auch sehr viel um Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Arbeit in der Gruppe. Oder anders gesagt: Ein Informatiker soll nicht nur programmieren können, sondern auch konzipieren, organisieren und präsentieren. Was erwartet dich in der Informatik: Wie schon gesagt, ein anspruchsvolles Studium, das dich auf dein späteres Berufsleben vorbereitet. Übrigens: In Zwickau kann man neben "normaler" Informatik auch das Fach Gesundheitsinformatik studieren. Dieses verbindet Inhalte der Informatik mit der Anwendung in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften. Und das ist alles andere als technisch-abstrakt.

Ich bin mir unsicher über die Aussichten nach dem Studium.
Unsere Absolventen sind sowohl in der Region als auch bundesweit gesucht. Meist werden unsere Studierenden schon im Praxissemester von den Firmen umworben. Die Berufsaussichten sind derzeit sehr gut.

Ich möchte einmal einen Beruf mit familiengerechten Arbeitszeiten.
Da gute Informatik-Fachkräfte schon seit Jahren gut besucht sind, lassen sich die Firmen bei der Suche nach Bewerbern einiges einfallen. Teilzeitmodelle sind dabei ebenso möglich wie Arbeit im häuslichen Büro. Übrigens: Auch unsere Hochschule bemüht sich ausdrücklich um die Vereinbarkeit von Studium und Familie, wofür wir die Zertifizierung als "familiengerechte Hochschule"  erhalten haben. An unserer Fakultät studieren derzeit mehrere Studentinnen mit Kind Informatik.

Warum studieren denn dann weniger junge Frauen als Männer Informatik?
Das würden wir auch gerne wissen – wirklich sachliche Gründe dafür sehen wir jedenfalls nicht. Jedenfalls käme von unseren Lehrkräften (in der Fachgruppe Informatik übrigens 5 Frauen und 8 Männer) niemand auf die Idee, dass Mädchen schlechtere Voraussetzungen für ein Informatikstudium mitbringen als Jungs. Für ein Studium der Informatik, Gesundheitsinformatik oder Kfz-Informatik kann man sich HIER bewerben.