Das Anschreiben

Bei einer Bewerbung für ein Praktikum oder eine Einstiegsposition musst du nicht mit praktischen Erfahrungen und abgeschlossenen Qualifikationen punkten, weil du das als Praktikant bzw. Berufseinsteiger in der Regel kaum vorweisen kannst. Und der Personaler erwartet das einfach nicht.

Umso wichtiger und häufig auch ausschlaggebend ist deine Motivation für die Stelle und für das ausgewählte Unternehmen. In deinem Anschreiben MUSS also unbedingt deutlich werden, warum du dich (ausgerechnet) für diese Stelle bewirbst, was du dir davon erhoffst und warum du an diesem Unternehmen so besonders interessiert bist.

Was immer Pluspunkte bringt, sind Erfahrungen außerhalb der Hochschule oder weitere Praktika. Also unbedingt erwähnen, falls du… [1]

  • … doch schon andere oder ähnliche Praktika absolviert hast
  • … schon eine Werkstudentenstelle in diesem oder einen anderen Bereich tätig bist
  • … du dich in einer Studenteninitiative engagierst
  • … an Fachveranstaltungen teilnimmst oder diese gar mitorganisierst
  • … im Verein besondere und passende Fähigkeiten erwerben konntest
  • … über zusätzlich Sprachkenntnisse verfügst

Solche Erfahrungen und Fertigkeiten sollten aber nicht einfach listenhaft aufgezählt, sondern wählen gezielt ausgewählt werden: In die Bewerbung kommt nur, was für die Stelle relevant ist.

Der Lebenslauf ist geschafft aber du weißt noch nicht so recht wie du mit dem Bewerbungsanschreiben anfangen sollst? Hier ist deine Starthilfe:

  1. Studiere die Webseite der Firma und die Stellenausschreibung gründlich
  2. Überlege, wie du dein Bewerbungsschreiben aufbauen möchtest ein Bsp. findest du in hier
  3. Definiere das Kommunikationsziel – Welche Stelle willst du und was erhoffst du dir?
  4. Entwickle Botschaften – Was bietest du dem Unternehmen an? (gesuchte Eigenschaften, Erfahrungen, theoretische Kenntnisse)
  5. Stelle Argumente zusammen – Warum bist du der geeignetste Kandidat?
  6. Fange einfach an zu schreiben!

Jede Bewerbung erfordert ein individuelles Anschreiben. Die folgenden Hinweise helfen dir die passenden Formulierungen zu finden.

  • Die Bewerbung muss aufs Unternehmen passen! Beschäftige dich mit dem Unternehmen wie ein Detektiv und finde heraus worauf sie Wert legen und was sie wollen.
  • Man muss zeigen, wer man selbst ist. Schreibe deine Bewerbung selber und nutze keine vorgefertigten Sätze! Das liest man sofort heraus.
  • Beginne den Einstieg mit einer klareren Motivation. Was an der Stellenausschreibung hat dich interessiert bzw. an dem Unternehmen? Und wenn es die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad ist, darf man das verwenden.
  • Wenn man das Unternehmen super findet, soll man auch schreiben warum das so ist aber bitte nicht "schleimen" wie z.B. „Sie sind der Marktführer im Bereich XY und ich wollte immer schon mal in einem internationalen Konzern arbeiten…“  Das weiß das Unternehmen bereits!
  • Werde konkret! Am einfachsten gelingt dir das, wenn du immer konkrete Beispiele mit einigen Sätzen beschreibst (z.B. eine interessante Aufgabe in einer Projektarbeit)
  • Schreibe aktiv und nutze Aktivverben ("... konzipierte ich...", "...optimierte ich...", "...konstruierte ich...").
  • Für die Position bringe ich mit …, …, und …
  • Schreibe über deine Zukunft. Wie möchte ich arbeiten, leiten oder geführt werden.
  • Man sollte schon vor der Bewerbung klären, was einem als Mitarbeiter wichtig ist. Was ist ein optimales Arbeitsumfeld?
  • Man darf schreiben, dass der Job Freude bringen soll, was das heißt und was es dafür braucht.
  • Traue dir was zu, dann trauen dir auch andere was zu! Verkaufe dich nicht unter Wert. Auch als Student/in oder Absolvent/in bringst du häufig viele gute Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse mit.
  • Verwende für das Anschreiben nur eine Seite.
  • Schreibe stets nur über deine Stärken.

 

 

 

Recruiter nehmen sich im Durchschnitt nur 2 Minuten Zeit pro Bewerbung. Mit folgenden Stolpersteinen katapultierst du dich schnell ins Aus:

  • Einstiegsfloskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stellenanzeige vom…  auf die Position XY…“ oder „Die Stelle hat mein Interesse geweckt, daher bewerbe ich mich bei Ihnen…“
  • Keine Wiederholungen der Stellenausschreibung z.B. „Sie suchen eine Fachkraft im Bereich XY…“
  • Keine Worthülsen wie z.B. Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke: Wenn ja, dann sage, was das bedeutet. Kannst du gut verkaufen? Oder kannst du gute Emails, Reden, Presseartikel schreiben? Am besten, du beschreibst das an einem Beispiel.
  • Schludrigkeiten wie Rechtschreibfehler sind der häufigster Grund fürs Aussortieren. (Die Bewerbung ist eine erste Arbeitsprobe.)
  • Keine Überheblichkeit, besonders nicht als Berufseinsteiger wie z.B. „Ich bin sicher, dass ich mit meinen Stärken und Kompetenzen zum Erfolg Ihres Unternehmens beitragen kann.“ (Mal davon abgesehen, dass das ein typischer inhaltsleerer "Floskelsatz" ist.) Mache lieber den Nutzen fürs Unternehmen über deine Stärken und Kompetenzen an Beispielen deutlich.
  • Rechtfertigungen vermeiden: „Ich bin geeignet, weil ich dies und jenes schon gemacht habe.“  Warum jemand geeignet ist, muss das Unternehmen beurteilen!
  • Verwende keine Floskeln und Worthülsen: „Das ist eine neue Herausforderung für mich.“
  • Verwende kein Konjunktiv ("... ich glaube, ich würde..."). Dies wirkt sehr unsicher.

[1] Vgl.Karrierebibel.de: https://karrierebibel.de/bewerbung-praktikum/

Career Service

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