Update 3.1

Bachelor-Abschlussarbeit Holzgestaltung 2020

Update 3.1
Warten – Gestaltung eines facettenreichen Zustandes


Update 3.1 soll den Betrachtenden und Benutzenden den Zustand des Wartens näherbringen und erfahrbarer machen. Setzt man sich auf die Sitzflächen, befindet man sich in einer aufrechten und aktiven Haltung. Die Rückenlehnen bilden eine Art Nische, und formen einen geschützten Rückzugsort im Raum.
Im Inneren des Objektes befindet sich ein stetig fließender Wasserkreislauf. Durch das Hinsetzten wird dieser unterbrochen und es beginnen sich die Rückenlehnen mit Wasser zu füllen und langsam auszudehnen. Dies wird meist im ersten Moment als befremdlich wahrgenommen. Das Wasser ist spürbar und als leichter Gegendruck wahrzunehmen. Gleichzietig bieten die Ausdehnungen Komfort und schmiegen sich angenehm an den Rücken an. So ist das Warten, was erst befremdlich und unangenehm erscheint, auch eine Besonderheit, die es anzunehmen gilt.
Die Rundungen werden immer voller und größer, solange man sich sitzend und wartend an diesem Platz befindet. Diese Ausprägung hat eine zunehmende Verdrängung des Sitzenden zur Folge. Der immer größer werdende Wasserdruck, welcher am Rücken zu spüren ist, dient nun dazu, den Druck des Wartens zu erfahren. Er fordert dazu auf, selbst wieder aktiv zu werden und die Position zu verlassen. Durch das Aufstehen und Aktiv-Werden kann das Wasser wieder entweichen und auch die organischen Formen und der damit entstandene Druck beginnen sofort zu verschwinden. Es bleiben nur noch die Erinnerung an die vom Warten ausgefüllte Zeit.


Student

Wilhelm Reichel

Betreuende
Prof. Jacob Strobel
Markus Weber, M.A. Gestaltung (FH)