Methoden

Vorlesung und Vortrag sind die klassischen Formen der Zusammenarbeit an der Hochschule. Allerdings nicht die einzigen. Für Partner- und Gruppenarbeit gibt es interessante Gestaltungsideen.

Aber Vorsicht: Für rein „kosmetische“ Anpassungen der Lehre sind Methoden nicht geeignet.

„Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.“ (William Shakespeare, „Hamlet“, 1603)

Die Frage der Methode (dem WIE?) ist neben der Frage des Inhalts (dem WAS?) ein wesentlicher Gegenstand der Hochschuldidaktik. Eine Lehre, die sich an den Lernenden orientiert, rückt die Initiierung und Steuerung von Lernprozessen in den Mittelpunkt. Dabei stellen die jeweils eingesetzten Arbeitsformen die Grundlage für eine methodisch abwechslungsreiche und aktivierende Gestaltung der Lernprozesse dar. Prinzipiell lassen sich Arbeitsformen (oder „Methoden“) nach einem überschaubaren Schema kategorisieren (Wörner, 2008):

  1. Vorlesung und Vortrag (Dozentenarbeit)
  2. Einzelarbeit (jeder Studierende arbeitet für sich allein)
  3. Partnerarbeit (jeweils zwei Studierende arbeiten gemeinsam)
  4. Gruppenarbeit (drei oder mehr Studierende arbeiten gemeinsam)
  5. Plenumsarbeit und Plenumsdiskussion (alle Anwesenden arbeiten gemeinsam)

Sammeln Sie für Ihre Lehrveranstaltung interessante Methoden, testen und modifizieren Sie diese, bis Sie eine akzeptable Passung der Methoden mit den Lernzielen und Inhalten des Moduls, dem Wohlbefinden auf Ihrer und dem Lernen auf studentischer Seite erreicht haben.

Hinweise:

Suchen Sie nach interessanten Methoden für Ihre Veranstaltungen

Lassen Sie sich nicht von der Vielzahl an Methoden-Ratgebern erschlagen. Sie müssen nicht jedes Nachschlagewerk und jede Methode nutzen. Wählen Sie einzelne Methoden oder Arbeitsformen je nach Passung zu Inhalten und Lernzielen des Moduls aus. Ihr persönliches Empfinden ist dabei wichtig, kann Sie aber auch in die Irre führen. Im Sinne von Der-Köder-muss-nicht-dem-Angler-schmecken kann es durchaus Methoden geben, die Ihnen nicht zusagen, von Ihren Studierenden jedoch gut angenommen werden.

Eine kleine Auswahl an Methoden finden Sie hier:
http://www.fh-zwickau.de/fileadmin/whz/Weiterbildung/Wendorff_-_Aktivierende_Methoden_der_Seminargestaltung.pdf

Wendorff - Aktivierende Methoden der Seminargestaltung
Waldherr-Walter - Methoden zum Erwerb und zur Verteilung neuen Wissens

„Der Meister kann die Form zerbrechen. Mit weiser Hand, zur rechten Zeit.“ (Friedrich Schiller, „Das Lied von der Glocke“, 1799)

Lehre ist kein synthetisch-mechanischer Vorgang sondern ein offener Kommunikations- und Austauschprozess, der nicht methodisch vorgefertigt werden kann. Es gibt keine Vorschriften, wie didaktische Methoden eingesetzt werden müssen. Beschriebene Methoden stellen lediglich ein Anregungspotential dar und benötigen noch situative Anpassungen und Verbesserungen. Eine Methode „kauft“ man also nicht ein und benutzt sie in vorgeschriebener Form. Methoden müssen ausprobiert werden – je nach spezifischer Situation, für spezifische Teilnehmer und für spezifische Ziele.

Versuchen Sie auch, eine gewisse Gelassenheit bei Ihren Experimenten mit Methoden zu finden. So dürfen didaktische Methoden auch scheitern (und trotzdem Lerneffekte bewirken). Nicht scheitern darf lediglich die Beziehung zwischen Hochschullehrer und Studierenden. Außerdem sind didaktische Methoden (Ziel: Lernförderung) mit wissenschaftlichen Methoden (Ziel: Erkenntnisgewinn) nicht vergleichbar. Wird von den vorgeschriebenen Verfahrensweisen wissenschaftlicher Methoden abgewichen, sind Erfolg und Anerkennung der gesamten Arbeit gefährdet. Didaktische Methoden müssen hingegen variiert werden. „Erlaubt und gewünscht ist, was die Lernprozesse der Studierenden anregt und fördert“ (Wörner, 2008).

Eine Methode kann studentisches Lernen nicht „machen“. Es liegt immer an den Lehrpersonen und an den Studierenden, was daraus „gemacht“ wird. Ebenso wenig können Methoden eine positive, anregende Atmosphäre garantieren oder Inhalten eine nachvollziehbare Struktur verleihen. Die Arbeitsformen können den Studierenden lediglich ermöglichen, selbst aktiv zu werden und sich den Lernstoff eigenständig anzueignen. „Gute Lehre“ benötigt mehr als nur Methoden (Wörner, 2008).